Willkommen im Tendium-Glossar für öffentliche Ausschreibungen. Hier finden Sie die wichtigsten deutschen Vergabebegriffe – einfach und verständlich erklärt. Suchen Sie nach einem Begriff oder klicken Sie sich durch die Kategorien.
Absageschreiben
Die Mitteilung an einen nicht berücksichtigten Bieter über die Nichtberücksichtigung seines Angebots mit Gründen.
ein Absageschreiben versenden „Die unterlegenen Bieter erhalten ein Absageschreiben mit Begründung.“
Allgemeine Technische Vertragsbedingungen (ATV)
Standardisierte technische Regelungen für Bauleistungen, Teil der VOB/C, die das Ausführen einzelner Gewerke beschreiben.
nach den ATV ausführen
„Die Trockenbauarbeiten sind nach den einschlägigen ATV der VOB/C auszuführen.“
Alternativposition / Wahlposition
Eine Position im Leistungsverzeichnis, die alternativ zur Hauptposition angeboten und nur bei Bedarf beauftragt wird.
eine Alternativposition vorsehen / anbieten
„Der Auftraggeber hat für den Bodenbelag eine Alternativposition vorgesehen.“
Amtliches Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen (AVPQ)
Ein offizielles Register, in dem Unternehmen ihre Eignung für Liefer- und Dienstleistungsaufträge vorab nachweisen.
Im AVPQ präqualifiziert / gelistet sein
„Das Unternehmen ist im AVPQ präqualifiziert und muss seine Eignung nicht erneut nachweisen.“
Anforderungsfrist
Die Frist, innerhalb derer Bieter die Vergabeunterlagen anfordern können.
Die Anforderungsfrist einhalten
„Die Vergabeunterlagen sind innerhalb der Anforderungsfrist anzufordern.“
Angebot
Die verbindliche Erklärung eines Bieters, die geforderte Leistung zu den genannten Bedingungen zu erbringen.
ein Angebot abgeben / einreichen
„Der Bieter gab sein Angebot fristgerecht über die Vergabeplattform ab.“
Angebotsfrist
Der späteste Zeitpunkt, bis zu dem Angebote bei der Vergabestelle eingehen müssen.
Die Angebotsfrist läuft ab
„Angebote, die nach Ablauf der Angebotsfrist eingehen, werden nicht berücksichtigt.“
Angebotsschreiben
Das formelle Begleitschreiben zum Angebot, das den Gesamtpreis nennt und die Bindung an das Angebot erklärt.
das Angebotsschreiben beifügen „Dem Angebot ist ein unterschriebenes Angebotsschreiben beizulegen.“
Angebotsöffnung / Öffnungstermin
Der formale Vorgang der Öffnung der eingegangenen Angebote nach Ablauf der Angebotsfrist.
zur Angebotsöffnung „Bei der Angebotsöffnung werden die eingegangenen Angebote dokumentiert.“
Angemessenheit des Angebots
Die Prüfung, ob der Angebotspreis in einem vernünftigen Verhältnis zur Leistung steht und nicht ungewöhnlich niedrig ist.
die Angemessenheit des Angebots prüfen
„Bei ungewöhnlich niedrigen Preisen prüft die Vergabestelle die Angemessenheit des Angebots.“
Archivierungsfrist
Der Zeitraum, für den Vergabeunterlagen aufbewahrt werden müssen.
die Archivierungsfrist einhalten
„Die Vergabeunterlagen sind über die gesamte Archivierungsfrist aufzubewahren.“
Aufhebung der Ausschreibung
Die Beendigung eines Vergabeverfahrens ohne Zuschlag aus sachlichen Gründen.
die Ausschreibung aufheben „Mangels wirtschaftlicher Angebote wurde die Ausschreibung aufgehoben.“
Aufklärungsverhandlungen
Gespräche zwischen Auftraggeber und Bieter zur Klärung des Angebotsinhalts, nur in engen Grenzen zulässig.
Aufklärungsverhandlungen führen
„Der Auftraggeber führte Aufklärungsverhandlungen, um den Inhalt des Angebots zu klären.“
Auftraggeber
Die Stelle, die einen Auftrag vergibt; im Vergaberecht meist eine öffentliche oder sektorale Stelle.
der Auftraggeber schreibt aus / vergibt
„Der Auftraggeber hat die Leistung europaweit ausgeschrieben.“
Auftragsarten
Die Einteilung öffentlicher Aufträge in Liefer-, Dienstleistungs- und Bauaufträge.
nach Auftragsart unterscheiden
„Je nach Auftragsart gelten unterschiedliche Vergaberegeln.“
Auftragsbekanntmachung
Die öffentliche Mitteilung, mit der ein Vergabeverfahren gestartet und zur Angebotsabgabe aufgefordert wird.
Eine Auftragsbekanntmachung veröffentlichen
„Mit der Auftragsbekanntmachung im EU-Amtsblatt beginnt das Verfahren.“
Auftragserteilung / Zuschlagserteilung
Der Akt, mit dem der Auftrag verbindlich an den ausgewählten Bieter vergeben wird.
die Auftragserteilung erfolgt
„Die Auftragserteilung erfolgt erst nach Ablauf der Stillhaltefrist.“
Auftragsschreiben
Das formale Schreiben des Auftraggebers, das den Zuschlag bestätigt und die wesentlichen Vertragsinhalte zusammenfasst.
das Auftragsschreiben übersenden „Mit dem Auftragsschreiben wird der Vertrag bestätigt.“
Auftragsvolumen / Auftragswert
Der geschätzte Gesamtwert eines Auftrags, maßgeblich u.a. für die Anwendung der Schwellenwerte.
den Auftragswert schätzen
„Der geschätzte Auftragswert liegt oberhalb des EU-Schwellenwerts.“
Auftragsänderung
Die nachträgliche Änderung eines vergebenen Auftrags, die nur unter den Voraussetzungen des §132 GWB zulässig ist.
eine Auftragsänderung vornehmen „Wesentliche Auftragsänderungen erfordern grundsätzlich ein neues Verfahren.“
Ausführungsfrist
Der Zeitraum, in dem die beauftragte Leistung erbracht werden muss.
die Ausführungsfrist einhalten „Die Leistung ist innerhalb der vereinbarten Ausführungsfrist zu erbringen.“
Auskömmlichkeit des Angebots
Die Frage, ob der Angebotspreis die Kosten des Bieters deckt; dient der Abwehr von Unterkostenangeboten.
die Auskömmlichkeit des Angebots prüfen „Die Vergabestelle hatte Zweifel an der Auskömmlichkeit des Angebots.“
Auslobungsverfahren
Ein Wettbewerb, bei dem für die beste Lösung oder Idee ein Preis ausgelobt wird.
ein Auslobungsverfahren durchführen „Für den Entwurf des Rathauses wurde ein Auslobungsverfahren durchgeführt.“
Ausschreibung
Die öffentliche Aufforderung an Unternehmen, ein Angebot für einen Auftrag abzugeben.
eine Ausschreibung veröffentlichen / an einer Ausschreibung teilnehmen „Die Stadt hat die Ausschreibung für den Schulneubau veröffentlicht.“
Ausschreibungsarten
Die verschiedenen Verfahren, in denen ein Auftrag ausgeschrieben werden kann.
die passende Ausschreibungsart wählen „Die Wahl der Ausschreibungsart richtet sich nach dem Auftragswert.“
Ausschreibungsreife
Der Zustand, in dem ein Projekt so weit definiert ist, dass es ausgeschrieben werden kann.
Ausschreibungsreife erreichen / herstellen „Das Projekt muss vor der Veröffentlichung Ausschreibungsreife erreichen.“
Ausschreibungsverfolgung
Das laufende Beobachten neuer und relevanter Ausschreibungen.
die Ausschreibungsverfolgung automatisieren „Über Suchprofile lässt sich die Ausschreibungsverfolgung automatisieren.“
Außergewöhnlicher Aufwand
Ein unüblich hoher Aufwand, der besondere Maßnahmen oder Vergütung rechtfertigen kann.
außergewöhnlichen Aufwand geltend machen „Für die Bearbeitung entstand ein außergewöhnlicher Aufwand.“
AVB Bau (Allgemeine Vertragsbedingungen Bau)
Standardisierte Vertragsbedingungen für öffentliche Bauaufträge, die ergänzend zur VOB/B Rechte und Pflichten regeln.
die AVB Bau vereinbaren „Für den Bauauftrag gelten die AVB Bau ergänzend zur VOB/B.“
Bauleistung / Bauauftrag
Ein Vertrag über die Ausführung oder Planung und Ausführung eines Bauwerks.
eine Bauleistung ausschreiben / einen Bauauftrag vergeben „Der Bauauftrag umfasst Planung und Ausführung des Bauwerks.“
Bedarfsposition / Eventualposition
Eine Leistungsposition, die nur ausgeführt wird, wenn sich während der Ausführung ein konkreter Bedarf ergibt.
eine Bedarfsposition abrufen / beauftragen „Die Bedarfsposition wird nur bei tatsächlichem Bedarf beauftragt.“
Bedarfsträger
Die Fachabteilung innerhalb eines Auftraggebers, die den konkreten Beschaffungsbedarf definiert.
der Bedarfsträger meldet den Bedarf an „Der Bedarfsträger beschreibt, was tatsächlich benötigt wird.“
Bekanntmachung
Die Veröffentlichung eines Vergabeverfahrens auf den dafür vorgesehenen Portalen.
eine Bekanntmachung veröffentlichen „Die Bekanntmachung erfolgt auf dem zentralen Vergabeportal.“
Bekanntmachungstext
Der eigentliche Inhalt der Bekanntmachung mit den wesentlichen Eckdaten des Auftrags.
den Bekanntmachungstext erstellen „Der Bekanntmachungstext enthält die wesentlichen Eckdaten des Auftrags.“
Beschaffungscharakter
Das Merkmal, dass mit dem Auftrag ein konkreter Bedarf des Auftraggebers gedeckt wird.
der Beschaffungscharakter des Auftrags „Erst der Beschaffungscharakter macht den Vertrag zum öffentlichen Auftrag.“
Beschränkte Ausschreibung
Ein nationales Verfahren, bei dem nur eine begrenzte, ausgewählte Anzahl von Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert wird.
eine beschränkte Ausschreibung durchführen „Bei der beschränkten Ausschreibung werden nur ausgewählte Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert.“
Besondere Vertragsbedingungen (BVB)
Auf den konkreten Auftrag zugeschnittene Vertragsbedingungen, die die allgemeinen Bedingungen ergänzen.
die Besonderen Vertragsbedingungen vereinbaren „Die BVB ergänzen die allgemeinen Vertragsbedingungen für diesen Auftrag.“
Betriebsrisiko
Das wirtschaftliche Risiko der Nutzung, das bei einer Konzession der Konzessionsnehmer trägt.
das Betriebsrisiko tragen „Kennzeichnend für die Konzession ist, dass der Nehmer das Betriebsrisiko trägt.“
Bewerbungsbedingungen
Die Vorgaben, nach denen sich Unternehmen um die Teilnahme an einem Verfahren bewerben.
die Bewerbungsbedingungen erfüllen „Die Bewerbungsbedingungen regeln, wie sich Unternehmen um die Teilnahme bewerben.“
Bewerbungsfrist
Die Frist für die Einreichung eines Teilnahmeantrags.
die Bewerbungsfrist einhalten „Teilnahmeanträge müssen bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist eingehen.“
Bewertungskriterien / Zuschlagskriterien
Die Kriterien, nach denen die Angebote bewertet und das wirtschaftlichste ermittelt wird.
nach den Zuschlagskriterien bewerten „Die Angebote werden anhand der Zuschlagskriterien bewertet.“
Bieter
Ein Unternehmen, das ein Angebot in einem Vergabeverfahren abgibt.
der Bieter gibt ein Angebot ab „Mehrere Bieter haben sich an der Ausschreibung beteiligt.“
Bieterfrage(n)
Fragen der Bieter an den Auftraggeber zur Klärung der Vergabeunterlagen während des Verfahrens.
Bieterfragen stellen / beantworten „Bieterfragen sind schriftlich über die Plattform zu stellen.“
Bietergemeinschaft
Ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, die gemeinsam ein Angebot abgeben.
eine Bietergemeinschaft bilden „Zwei Firmen bildeten eine Bietergemeinschaft, um gemeinsam anzubieten.“
Bieterkonferenz
Eine Informationsveranstaltung, bei der der Auftraggeber den Bietern den Auftrag erläutert und Fragen beantwortet.
an der Bieterkonferenz teilnehmen „In der Bieterkonferenz erläuterte der Auftraggeber die Leistungsanforderungen.“
Bindefrist
Der Zeitraum, in dem ein Bieter an sein Angebot gebunden bleibt.
die Bindefrist läuft ab „Während der Bindefrist bleibt der Bieter an sein Angebot gebunden.“
Bundesgerichtshof (Vergabe)
Das höchste deutsche Zivilgericht, das in Vergabesachen nur bei Divergenzvorlagen der OLG-Vergabesenate entscheidet.
der BGH entscheidet bei Divergenz „Bei abweichenden OLG-Entscheidungen entscheidet der Bundesgerichtshof.“
Bundeshaushaltsordnung (BHO)
Das deutsche Gesetz, das die Haushaltsführung des Bundes regelt und historisch eine Grundlage des Vergaberechts ist.
nach der BHO „Die Mittelverwendung richtet sich nach der Bundeshaushaltsordnung.“
Bürgschaft
Ein Sicherungsinstrument, bei dem ein Dritter (meist eine Bank) für die Vertragserfüllung des Auftragnehmers einsteht.
eine Bürgschaft stellen „Als Sicherheit ist eine Bürgschaft der Hausbank zu stellen.“
CPV-Codes
Ein EU-weites Klassifikationssystem, das Auftragsgegenstände eindeutig kategorisiert.
den CPV-Code angeben / nach CPV-Code suchen „Die Ausschreibung ist mit dem CPV-Code für IT-Dienstleistungen gekennzeichnet.“
Daseinsvorsorge
Die Bereitstellung grundlegender öffentlicher Leistungen für die Allgemeinheit.
der Daseinsvorsorge dienen „Wasser- und Energieversorgung zählen zur Daseinsvorsorge.“
De-Facto-Vergabe
Eine Auftragsvergabe ohne das vorgeschriebene Vergabeverfahren; sie ist unzulässig.
eine De-Facto-Vergabe rügen „Die unzulässige De-Facto-Vergabe wurde vor der Vergabekammer angegriffen.“
Deutscher Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen (DVA)
Das Gremium, das die VOB erarbeitet und fortschreibt.
der DVA erarbeitet die VOB „Der DVA ist für die Fortschreibung der VOB zuständig.“
Dienstleistungsauftrag
Ein Vertrag über die Erbringung von Dienstleistungen, der weder Liefer- noch Bauauftrag ist.
einen Dienstleistungsauftrag vergeben „Die Reinigung der Verwaltungsgebäude wurde als Dienstleistungsauftrag vergeben.“
Dienstleistungskonzession
Eine Konzession, bei der das Recht zur wirtschaftlichen Verwertung einer Dienstleistung übertragen wird.
eine Dienstleistungskonzession vergeben „Der Betrieb der Kantine wurde als Dienstleistungskonzession vergeben.“
Digitale Angebotsabgabe
Die elektronische Einreichung eines Angebots über eine Vergabeplattform.
die digitale Angebotsabgabe nutzen „Die Angebote erfolgen ausschließlich über die digitale Angebotsabgabe.“
Direktvergabe
Die Vergabe eines Auftrags ohne förmliches Verfahren, zulässig nur unterhalb bestimmter Wertgrenzen.
eine Direktvergabe vornehmen „Unterhalb der Wertgrenze ist eine Direktvergabe zulässig.“
Doppelausschreibung
Die gleichzeitige oder wiederholte Ausschreibung desselben Auftrags.
eine Doppelausschreibung vermeiden „Eine Doppelausschreibung desselben Auftrags ist unzulässig.“
Dynamisches Beschaffungssystem
Ein vollständig elektronisches, befristetes System für wiederkehrende Standardleistungen, dem neue Anbieter jederzeit beitreten können.
dem dynamischen Beschaffungssystem beitreten „Über das dynamische Beschaffungssystem können laufend neue Anbieter aufgenommen werden.“
eCertis
Eine EU-Datenbank, die zeigt, welche Nachweise in den Mitgliedstaaten verlangt werden können.
in eCertis nachschlagen „In eCertis lässt sich prüfen, welche Nachweise verlangt werden dürfen.“
eForms
Die EU-weit standardisierten elektronischen Formulare für Vergabebekanntmachungen.
die Bekanntmachung über eForms erstellen „Seit der Reform werden Bekanntmachungen über eForms übermittelt.“
Eigenerklärung
Eine eigene schriftliche Versicherung des Bieters, bestimmte Anforderungen zu erfüllen.
eine Eigenerklärung abgeben „Der Bieter gibt eine Eigenerklärung zu seiner Zuverlässigkeit ab.“
Eignungskriterien
Die Anforderungen an Fachkunde, Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit eines Bieters.
die Eignungskriterien erfüllen / nachweisen „Der Bieter muss die geforderten Eignungskriterien nachweisen.“
Eignungsleihe
Die Möglichkeit, sich zum Nachweis der Eignung auf die Kapazitäten eines anderen Unternehmens zu stützen.
sich auf Eignungsleihe stützen „Der Bieter nutzte die Eignungsleihe und stützte sich auf die Kapazitäten eines Nachunternehmers.“
Eignungsnachweis(e)
Die Dokumente, mit denen ein Bieter die Erfüllung der Eignungskriterien belegt.
Eignungsnachweise vorlegen / einreichen „Die geforderten Eignungsnachweise sind mit dem Angebot vorzulegen.“
Einheitliche Europäische Eigenerklärung (EEE)
Eine standardisierte Eigenerklärung, mit der Bieter vorläufig ihre Eignung bestätigen, ohne sofort alle Nachweise vorzulegen.
die EEE ausfüllen / vorlegen „Statt aller Nachweise legt der Bieter zunächst die EEE vor.“
Einkaufsgemeinschaft
Ein Zusammenschluss mehrerer öffentlicher Auftraggeber zur gemeinsamen Beschaffung, um Mengenvorteile zu erzielen.
sich zu einer Einkaufsgemeinschaft zusammenschließen „Mehrere Kommunen bilden eine Einkaufsgemeinschaft, um günstiger zu beschaffen.“
Einspruchsfrist
Die Frist, innerhalb derer gegen eine Entscheidung Einspruch erhoben werden kann.
die Einspruchsfrist wahren „Gegen die Entscheidung kann innerhalb der Einspruchsfrist vorgegangen werden.“
Einstufiges Vergabeverfahren
Ein Verfahren ohne separaten Teilnahmewettbewerb, bei dem alle Interessierten direkt ein Angebot abgeben.
ein einstufiges Verfahren durchführen „Im einstufigen Verfahren geben alle Interessierten direkt ein Angebot ab.“
Elektronische Auktion
Ein elektronisches Verfahren zur schrittweisen Verbesserung der Angebote in Echtzeit.
eine elektronische Auktion durchführen „Im Anschluss an die Wertung folgte eine elektronische Auktion.“
Elektronische Signatur
Eine digitale Unterschrift, die Echtheit und Integrität elektronischer Dokumente sichert.
mit elektronischer Signatur unterzeichnen „Das Angebot wird mit qualifizierter elektronischer Signatur eingereicht.“
Entgeltlicher Vertrag / Entgeltlichkeit
Ein Vertrag mit Leistung und Gegenleistung; Voraussetzung für einen öffentlichen Auftrag.
ein entgeltlicher Vertrag „Ein öffentlicher Auftrag setzt einen entgeltlichen Vertrag voraus.“
Ergänzungsmeldung
Eine nachträgliche Mitteilung, die eine bereits veröffentlichte Bekanntmachung ergänzt oder korrigiert.
eine Ergänzungsmeldung veröffentlichen „Per Ergänzungsmeldung wurde die Angebotsfrist verlängert.“
EU-Supplement
Der Teil des EU-Amtsblatts (TED), in dem europaweite Ausschreibungen veröffentlicht werden.
im EU-Supplement veröffentlichen „Europaweite Aufträge werden im EU-Supplement (TED) bekannt gemacht.“
Europäische Ausschreibung
Eine Ausschreibung oberhalb der EU-Schwellenwerte, die europaweit bekannt gemacht werden muss.
eine europäische Ausschreibung durchführen „Oberhalb des Schwellenwerts ist eine europäische Ausschreibung erforderlich.“
EVB-IT
Standardisierte Vertragsbedingungen für die Beschaffung von IT-Leistungen durch die öffentliche Hand.
den Vertrag nach EVB-IT schließen „Die Beschaffung der Software erfolgt auf Basis der EVB-IT.“
eVergabe / E-Vergabe
Die vollständig elektronische Abwicklung von Vergabeverfahren.
über die eVergabe abwickeln „Das gesamte Verfahren läuft über die eVergabe-Plattform.“
Ex-Ante-Transparenz / Ex-ante Ausschreibung
Eine freiwillige Bekanntmachung vor einer beabsichtigten Direktvergabe, um Rechtssicherheit zu schaffen.
eine Ex-ante-Bekanntmachung veröffentlichen „Vor der Direktvergabe wurde eine Ex-ante-Transparenzbekanntmachung veröffentlicht.“
Ex-Post-Transparenz / Zuschlagsbekanntmachung
Die Bekanntmachung des Ergebnisses nach erfolgter Auftragsvergabe.
die Zuschlagsbekanntmachung veröffentlichen „Nach der Vergabe erfolgt die Ex-post-Bekanntmachung des Zuschlags.“
Fachlosvergabe
Die Aufteilung eines Auftrags in Fachlose nach Gewerk, etwa getrennt für Elektro, Sanitär und Rohbau.
in Fachlose aufteilen „Bauaufträge werden meist in Fachlose aufgeteilt.“
Fehlende Bieterangaben
Im Angebot nicht enthaltene Pflichtangaben, die je nach Bedeutung zum Ausschluss führen können.
fehlende Bieterangaben nachfordern „Die Vergabestelle forderte fehlende Bieterangaben nach.“
Formblatt 124
Das Standardformular zur Eigenerklärung der Eignung bei öffentlichen Bauaufträgen (Umsatz, Referenzen, Zuverlässigkeit).
das Formblatt 124 ausfüllen „Bei Bauaufträgen ist die Eignung über das Formblatt 124 zu erklären.“
Freihändige Vergabe
Die Vergabe nach Verhandlung mit ausgewählten Unternehmen ohne förmliches Verfahren; bei Liefer-/Dienstleistungen Verhandlungsvergabe genannt.
freihändig vergeben „In begründeten Ausnahmefällen darf der Auftrag freihändig vergeben werden.“
Fristen im Vergabeverfahren
Die verschiedenen gesetzlich oder vom Auftraggeber gesetzten Fristen im Ablauf eines Verfahrens.
die Fristen im Vergabeverfahren beachten „Die gesetzlichen Fristen im Vergabeverfahren sind zwingend einzuhalten.“
Funktionale Leistungsbeschreibung
Eine Leistungsbeschreibung, die das gewünschte Ergebnis vorgibt, nicht den konkreten Lösungsweg.
die Leistung funktional beschreiben „Bei der funktionalen Leistungsbeschreibung wird nur das Ergebnis vorgegeben.“
Gebietskörperschaft(en)
Öffentliche Körperschaften wie Bund, Länder und Kommunen.
Bund, Länder und Gemeinden als Gebietskörperschaften „Gebietskörperschaften wie Kommunen sind klassische öffentliche Auftraggeber.“
Geheimhaltung
Die Verpflichtung, vertrauliche Informationen aus dem Verfahren nicht offenzulegen.
die Geheimhaltung wahren „Die Bieter sind zur Geheimhaltung vertraulicher Unterlagen verpflichtet.“
Geheimwettbewerb
Der Grundsatz, dass Angebote bis zur Öffnung geheim und voneinander unabhängig bleiben.
den Geheimwettbewerb sicherstellen „Bis zur Submission ist der Geheimwettbewerb zu wahren.“
Gemeinsamer Ausschuss Elektronik im Bauwesen (GAEB)
Ein Gremium, das Standards für den elektronischen Datenaustausch im Bauwesen festlegt.
im GAEB-Format austauschen „Das Leistungsverzeichnis wird im GAEB-Format bereitgestellt.“
Generalplaner
Ein Planer, der die gesamte Planung eines Bauvorhabens verantwortet.
einen Generalplaner beauftragen „Die gesamte Planung übernimmt ein Generalplaner.“
Generalunternehmer
Ein Unternehmen, das die gesamte Bauleistung übernimmt und Teile an Nachunternehmer vergeben kann.
als Generalunternehmer auftreten „Der Generalunternehmer vergibt Teilleistungen an Nachunternehmer.“
Generalübernehmer
Ein Unternehmen, das den gesamten Auftrag übernimmt, aber selbst keine eigenen Bauleistungen erbringt.
als Generalübernehmer beauftragt werden „Der Generalübernehmer koordiniert den Auftrag, ohne selbst zu bauen.“
Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB)
Das übergeordnete deutsche Gesetz, das u.a. das Vergaberecht oberhalb der EU-Schwellenwerte regelt.
nach dem GWB / Vierter Teil des GWB „Das Vergaberecht oberhalb der Schwellenwerte richtet sich nach dem GWB.“
Gewerk(e)
Ein abgegrenztes Fachgebiet handwerklicher Bauleistungen, etwa Maler- oder Elektroarbeiten.
die einzelnen Gewerke vergeben „Bei einem Bauvorhaben werden die verschiedenen Gewerke getrennt vergeben.“
Gleichbehandlungsgrundsatz
Vergabegrundsatz, der verlangt, alle Bieter gleich und zu gleichen Bedingungen zu behandeln.
den Gleichbehandlungsgrundsatz wahren „Der Auftraggeber muss den Gleichbehandlungsgrundsatz über das gesamte Verfahren wahren.“
Hauptangebot
Das Angebot, das der vom Auftraggeber vorgegebenen Lösung entspricht.
ein Hauptangebot abgeben „Neben dem Hauptangebot reichte der Bieter ein Nebenangebot ein.“
Hauptausschuss Allgemeines (HAA)
Ein Unterausschuss des DVA, der allgemeine Fragen der VOB behandelt.
der HAA behandelt allgemeine VOB-Fragen „Allgemeine Fragen der VOB werden im HAA beraten.“
Hauptausschuss Hochbau (HAH)
Ein Unterausschuss des DVA für Fragen des Hochbaus.
der HAH ist für den Hochbau zuständig „Hochbaufragen werden im HAH des DVA behandelt.“
Hauptausschuss Tiefbau (HAT)
Ein Unterausschuss des DVA für Fragen des Tiefbaus.
der HAT ist für den Tiefbau zuständig „Tiefbaufragen behandelt der HAT.“
Hauptausschuss VOF
Ein Ausschuss, der sich mit der Vergabe freiberuflicher Leistungen befasste.
der Hauptausschuss VOF „Der Hauptausschuss VOF befasste sich mit freiberuflichen Leistungen.“
Haushaltsrecht
Das Recht der öffentlichen Haushaltsführung, aus dem sich das Vergaberecht historisch entwickelt hat.
nach dem Haushaltsrecht „Historisch war das Vergaberecht Teil des Haushaltsrechts.“
Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)
Die deutsche Verordnung, die die Vergütung von Architekten- und Ingenieurleistungen regelt.
nach HOAI abrechnen „Die Ingenieurleistungen werden nach HOAI vergütet.“
Innovationspartnerschaft
Ein Verfahren zur Entwicklung und anschließenden Beschaffung innovativer, noch nicht am Markt verfügbarer Lösungen.
eine Innovationspartnerschaft eingehen „Für die neuartige Lösung wählte der Auftraggeber die Innovationspartnerschaft.“
Interessenbekundung
Die unverbindliche Mitteilung eines Unternehmens, an einem Auftrag interessiert zu sein.
eine Interessenbekundung abgeben „Mit der Interessenbekundung signalisiert das Unternehmen sein Interesse.“
Interessenbekundungsverfahren
Ein vorgeschaltetes Verfahren, mit dem der Auftraggeber das Marktinteresse erkundet.
ein Interessenbekundungsverfahren durchführen „Vorab führte die Stelle ein Interessenbekundungsverfahren durch.“
IT-Sicherheitskonzept
Das in IT-Ausschreibungen geforderte Dokument zu den technischen und organisatorischen Maßnahmen der Informationssicherheit.
ein IT-Sicherheitskonzept vorlegen „Der Bieter muss dem Angebot ein IT-Sicherheitskonzept beifügen.“
Juristische Person des öffentlichen/privaten Rechts
Ein rechtsfähiger Träger von Rechten und Pflichten, der bei Staatsnähe Auftraggeber sein kann.
eine juristische Person des öffentlichen Rechts „Eine staatsnahe juristische Person kann öffentlicher Auftraggeber sein.“
Kartellrecht
Das Rechtsgebiet zum Schutz des Wettbewerbs, das auch Absprachen zwischen Bietern verbietet.
gegen das Kartellrecht verstoßen „Preisabsprachen zwischen Bietern verstoßen gegen das Kartellrecht.“
Kartellvergaberecht
Der Teil des Vergaberechts, der im GWB geregelt ist und für Aufträge oberhalb der Schwellenwerte gilt.
nach dem Kartellvergaberecht „Oberhalb der Schwellenwerte gilt das Kartellvergaberecht des GWB.“
Kaskadenprinzip
Die hierarchische Anwendung der Regelwerke (GWB vor VgV vor VOB usw.).
das Kaskadenprinzip anwenden „Nach dem Kaskadenprinzip geht das GWB der VgV vor.“
Konzession
Ein Vertrag, bei dem das Recht zur Verwertung einer Bau- oder Dienstleistung übertragen wird und der Nehmer das Betriebsrisiko trägt.
eine Konzession vergeben / erhalten „Die Stadt vergab die Konzession für den Parkhausbetrieb.“
Konzessionsgeber
Die Stelle, die eine Konzession vergibt.
der Konzessionsgeber vergibt die Konzession „Der Konzessionsgeber überträgt dem Nehmer das Verwertungsrecht.“
Konzessionsnehmer
Das Unternehmen, das eine Konzession erhält und das Betriebsrisiko trägt.
der Konzessionsnehmer trägt das Betriebsrisiko „Der Konzessionsnehmer betreibt die Kantine auf eigenes Risiko.“
Konzessionsvergabeverordnung (KonzVgV)
Die deutsche Verordnung über die Vergabe von Konzessionen.
nach der KonzVgV vergeben „Konzessionen werden nach der KonzVgV vergeben.“
Korruptionsprävention
Die Verhinderung von Korruption und Vetternwirtschaft, ein zentraler Zweck des Vergaberechts.
der Korruptionsprävention dienen „Gerade im Baubereich dient das Vergaberecht der Korruptionsprävention.“
Leistungsbeschreibung
Die genaue Beschreibung dessen, was beschafft werden soll.
die Leistungsbeschreibung erstellen „Die Leistungsbeschreibung legt genau fest, was beschafft wird.“
Leistungsbeschreibung mit Leistungsprogramm
Eine ergebnisorientierte Leistungsbeschreibung, die dem Bieter den Lösungsweg überlässt.
mit Leistungsprogramm ausschreiben „Beim Leistungsprogramm bleibt dem Bieter der Lösungsweg überlassen.“
Leistungsbeschreibung mit Leistungsverzeichnis
Eine detaillierte Leistungsbeschreibung mit einer einzelnen Auflistung aller Positionen.
mit Leistungsverzeichnis ausschreiben „Die Leistung wird detailliert über ein Leistungsverzeichnis beschrieben.“
Leistungsverzeichnis (LV)
Die gegliederte Auflistung aller einzelnen Leistungspositionen mit Mengen.
das Leistungsverzeichnis kalkulieren / ausfüllen „Der Bieter trägt seine Einheitspreise in das Leistungsverzeichnis ein.“
Lieferauftrag
Ein Vertrag über die Beschaffung von Waren durch Kauf, Miete, Leasing oder Pacht.
einen Lieferauftrag vergeben „Die Beschaffung der Tablets erfolgte als Lieferauftrag.“
Lieferfrist
Der Zeitpunkt, bis zu dem die bestellten Waren zu liefern sind.
die Lieferfrist einhalten „Die Waren sind innerhalb der Lieferfrist zu liefern.“
Lose / Losvergabe / Losaufteilung
Die Aufteilung eines Auftrags in mehrere Teilaufträge, die einzeln vergeben werden können.
in Lose aufteilen / losweise vergeben „Der Auftrag wurde in mehrere Lose aufgeteilt, um den Mittelstand zu fördern.“
Markterkundung
Die vorbereitende Sondierung des Marktes vor einer Ausschreibung, um die Anforderungen besser zu definieren.
eine Markterkundung durchführen „Vor der Ausschreibung führte die Stelle eine Markterkundung durch.“
Mischkalkulation
Das gezielte Verschieben von Preisen zwischen Positionen; kann zum Ausschluss führen.
eine Mischkalkulation aufdecken „Wegen unzulässiger Mischkalkulation wurde das Angebot ausgeschlossen.“
Mittelständische Interessen
Die Pflicht, kleine und mittlere Unternehmen zu berücksichtigen, etwa durch Losaufteilung.
mittelständische Interessen berücksichtigen „Durch die Losaufteilung werden mittelständische Interessen berücksichtigt.“
Nachforderung
Die Aufforderung des Auftraggebers, fehlende Unterlagen oder Nachweise innerhalb einer Frist nachzureichen.
Unterlagen nachfordern „Die Vergabestelle forderte das fehlende Zertifikat nach.“
Nachhaltige Beschaffung
Die Berücksichtigung ökologischer und sozialer Kriterien bei der Vergabe.
nachhaltig beschaffen „Im Rahmen der nachhaltigen Beschaffung wurden Umweltkriterien aufgenommen.“
Nachprüfungsantrag
Der förmliche Antrag eines Bieters bei der Vergabekammer zur Überprüfung eines Vergabeverfahrens.
einen Nachprüfungsantrag stellen „Nach erfolgloser Rüge stellte der Bieter einen Nachprüfungsantrag.“
Nachprüfungsinstanz
Die Behörde oder das Gericht, das Vergabeentscheidungen im Oberschwellenbereich auf Antrag überprüft.
die Nachprüfungsinstanz anrufen „Erste Nachprüfungsinstanz ist die Vergabekammer.“
Nachprüfungsverfahren
Das Verfahren, mit dem Bieter eine Vergabeentscheidung von einer Vergabekammer überprüfen lassen können.
ein Nachprüfungsverfahren einleiten „Der unterlegene Bieter leitete ein Nachprüfungsverfahren vor der Vergabekammer ein.“
Nachunternehmer
Ein Unternehmen, das Teile des Auftrags im Auftrag des Hauptauftragnehmers ausführt.
Nachunternehmer einsetzen / beauftragen „Teile der Leistung werden an Nachunternehmer vergeben.“
Nachweisliste
Die Aufstellung aller vom Auftraggeber geforderten Nachweise und Unterlagen.
die Nachweisliste abarbeiten „Die Nachweisliste zeigt, welche Unterlagen das Angebot enthalten muss.“
Nebenangebot
Ein Angebot, das eine vom Hauptangebot abweichende, eigene Lösung des Bieters enthält.
ein Nebenangebot einreichen / zulassen „Sofern zugelassen, kann der Bieter ein Nebenangebot einreichen.“
Nicht-offenes Verfahren
Ein EU-Verfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb, bei dem nur ausgewählte Unternehmen ein Angebot abgeben dürfen.
ein nicht offenes Verfahren durchführen „Im nicht offenen Verfahren geht dem Angebot ein Teilnahmewettbewerb voraus.“
Nichtdiskriminierung
Grundsatz, der sachfremde Benachteiligungen von Bietern verbietet, etwa nach Herkunft oder Größe.
das Diskriminierungsverbot beachten „Eine Bevorzugung ortsansässiger Firmen verstößt gegen die Nichtdiskriminierung.“
NUTS / NUTS-Code
Ein EU-System zur einheitlichen Kennzeichnung von Regionen.
den NUTS-Code angeben „Der Erfüllungsort wird über den NUTS-Code angegeben.“
Oberschwellenvergabe
Vergabeverfahren für Aufträge ab den EU-Schwellenwerten, mit strengen Vorgaben nach GWB, VgV oder VOB/A-EU.
im Oberschwellenbereich vergeben „Bei der Oberschwellenvergabe gilt EU-weite Bekanntmachungspflicht.“
Offenes Verfahren
Ein EU-Verfahren, bei dem jedes interessierte Unternehmen unmittelbar ein Angebot abgeben kann.
das offene Verfahren wählen „Im offenen Verfahren kann jedes Unternehmen direkt anbieten.“
OLG-Vergabesenat
Die spezialisierte Kammer am Oberlandesgericht, die über Beschwerden gegen Vergabekammer-Entscheidungen entscheidet.
der OLG-Vergabesenat entscheidet „Die sofortige Beschwerde wird vom OLG-Vergabesenat geprüft.“
Open-House-Modell / Open-House-Verträge
Ein Modell, bei dem der Auftraggeber zu festen Bedingungen mit allen geeigneten Anbietern Verträge schließt, ohne Auswahl.
ein Open-House-Modell nutzen „Über das Open-House-Modell schließt die Krankenkasse mit allen geeigneten Anbietern Verträge.“
Parallelausschreibung
Die gleichzeitige Ausschreibung desselben Bedarfs in mehreren Verfahren.
eine Parallelausschreibung durchführen „Die Parallelausschreibung desselben Bedarfs ist kritisch zu sehen.“
Planungswettbewerb
Ein Wettbewerb zur Gewinnung von Planungs- oder Entwurfslösungen, vor allem im Bau- und Architekturbereich.
einen Planungswettbewerb ausloben „Für den Museumsbau wurde ein Planungswettbewerb ausgelobt.“
Preisblatt
Das strukturierte Kalkulationsdokument, in das der Bieter seine Einheits- und Gesamtpreise einträgt.
das Preisblatt ausfüllen „Die Preise sind ausschließlich im vorgegebenen Preisblatt einzutragen.“
Preisspiegel
Die tabellarische Gegenüberstellung aller Angebotspreise zur transparenten Preisvergleichung.
einen Preisspiegel erstellen „Im Preisspiegel werden Ausreißer bei den Preisen sichtbar.“
Projektant
Die Person oder das Unternehmen, das die Planung eines Vorhabens erstellt.
der Projektant erstellt die Planung „Der Projektant erarbeitet die Entwurfsplanung.“
Präqualifikation
Die einmalige, zentrale Vorab-Eignungsprüfung von Unternehmen.
sich präqualifizieren „Durch Präqualifikation entfällt der wiederholte Eignungsnachweis.“
Präqualifizierung
Die vorgelagerte Prüfung und Listung der Eignung von Unternehmen, um Nachweise nicht in jedem Verfahren erneut vorlegen zu müssen.
sich präqualifizieren lassen „Durch die Präqualifizierung entfällt der wiederholte Nachweis der Eignung.“
Präqualifizierung für Bauaufträge (PQ-VOB)
Das Präqualifizierungssystem speziell für Bauleistungen nach VOB.
nach PQ-VOB präqualifiziert sein „Bauunternehmen können sich über das PQ-VOB-Verzeichnis präqualifizieren.“
Präqualifizierung für Lieferungen & Leistungen (PQ-VOL)
Das Präqualifizierungssystem für Liefer- und Dienstleistungen.
nach PQ-VOL präqualifiziert sein „Für Liefer- und Dienstleistungen dient das PQ-VOL-Verzeichnis.“
Rahmenvereinbarung
Eine Vereinbarung, die die Bedingungen für eine Reihe späterer Einzelaufträge über einen bestimmten Zeitraum festlegt.
eine Rahmenvereinbarung abschließen / abrufen „Über die Rahmenvereinbarung werden Einzelaufträge abgerufen.“
Rahmenvertrag
Eine Vereinbarung über die Bedingungen künftiger Einzelaufträge innerhalb eines festgelegten Zeitraums.
aus dem Rahmenvertrag abrufen „Einzelaufträge werden aus dem Rahmenvertrag abgerufen.“
Rechtsmittelverfahren
Das Verfahren, mit dem gegen Entscheidungen im Vergabeverfahren vorgegangen werden kann.
ein Rechtsmittel einlegen „Im Rechtsmittelverfahren wird die Vergabeentscheidung überprüft.“
Referenzliste
Die Aufstellung vergleichbarer, erfolgreich durchgeführter Projekte als Nachweis der Leistungsfähigkeit.
eine Referenzliste einreichen „Als Eignungsnachweis ist eine Referenzliste vergleichbarer Projekte vorzulegen.“
Rüge
Die förmliche Beanstandung eines Vergabeverstoßes durch einen Bieter gegenüber dem Auftraggeber.
eine Rüge erheben / einen Verstoß rügen „Der Bieter erhob fristgerecht eine Rüge gegen die Wertung.“
Rügepflicht
Die Pflicht des Bieters, erkannte Vergabeverstöße unverzüglich zu rügen, um den Rechtsschutz nicht zu verlieren.
der Rügepflicht nachkommen „Wer die Rügepflicht versäumt, kann den Verstoß später nicht mehr geltend machen.“
Schwellenwerte
Die Wertgrenzen, ab denen das europaweite Vergaberecht statt des nationalen Rechts gilt.
den Schwellenwert überschreiten / erreichen „Übersteigt der Auftragswert den Schwellenwert, gilt EU-Vergaberecht.“
Sektorenauftraggeber
Ein Auftraggeber, der in einem der Sektoren wie Wasser, Energie oder Verkehr tätig ist.
als Sektorenauftraggeber vergeben „Als Sektorenauftraggeber vergibt das Wasserwerk nach der SektVO.“
Sektorentätigkeit
Eine Tätigkeit in einem der besonderen Bereiche wie Wasser, Energie oder Verkehr, die das Sektorenregime auslöst.
eine Sektorentätigkeit ausüben „Übt der Auftraggeber eine Sektorentätigkeit aus, gilt die SektVO.“
Sektorenverordnung (SektVO)
Die deutsche Verordnung für Vergaben in den Sektorenbereichen.
nach der SektVO vergeben „Aufträge im Energiebereich werden nach der SektVO vergeben.“
Selbstreinigung
Maßnahmen eines Unternehmens nach Verfehlungen, um trotz Ausschlussgründen wieder zugelassen zu werden.
Selbstreinigung nachweisen „Durch Selbstreinigung kann ein zuvor ausgeschlossenes Unternehmen wieder teilnehmen.“
Semantische Suche
Eine Suche, die Inhalt und Kontext versteht, nicht nur exakte Stichworte.
die semantische Suche nutzen „Dank semantischer Suche werden auch ähnliche Formulierungen gefunden.“
Service Level Agreement (SLA)
Der Vertragsbestandteil, der messbare Qualitätsparameter wie Verfügbarkeit und Reaktionszeiten definiert.
ein SLA vereinbaren „Das SLA legt Verfügbarkeit und Reaktionszeiten verbindlich fest.“
SIMAP
Das Informationssystem der EU für das öffentliche Auftragswesen.
über SIMAP bereitstellen „Die EU-Formulare werden über SIMAP bereitgestellt.“
Sofortige Beschwerde
Das Rechtsmittel gegen Entscheidungen der Vergabekammer, einzulegen beim OLG-Vergabesenat.
sofortige Beschwerde einlegen „Gegen die Entscheidung der Vergabekammer legte der Bieter sofortige Beschwerde ein.“
Sondervermögen
Ein getrennt verwalteter Teil des öffentlichen Vermögens, der ebenfalls als Auftraggeber gelten kann.
ein Sondervermögen des Bundes „Auch ein Sondervermögen kann öffentlicher Auftraggeber sein.“
Soziale und andere besondere Dienstleistungen
Bestimmte Dienstleistungen (z.B. Gesundheit, Soziales), für die ein vereinfachtes Vergaberegime gilt.
als besondere Dienstleistung ausschreiben „Für soziale Dienstleistungen gilt ein vereinfachtes Regime.“
Sperrvermerk
Ein Hinweis, der bestimmte Unterlagen als vertraulich kennzeichnet.
einen Sperrvermerk anbringen „Vertrauliche Unterlagen erhalten einen Sperrvermerk.“
Stillhaltefrist
Die Wartezeit zwischen der Information über den geplanten Zuschlag und dem Vertragsschluss.
die Stillhaltefrist abwarten / einhalten „Der Vertrag darf erst nach Ablauf der Stillhaltefrist geschlossen werden.“
Submission
Der förmliche Termin, an dem die eingegangenen Angebote geöffnet werden.
bei der Submission / die Submission durchführen „Bei der Submission werden die eingegangenen Angebote geöffnet.“
Submissionsergebnis
Das bei der Angebotsöffnung festgestellte Ergebnis.
das Submissionsergebnis festhalten „Das Submissionsergebnis wird in einer Niederschrift festgehalten.“
Submissionsprotokoll
Das offizielle Protokoll über die Öffnung der Angebote mit Bietern und Angebotspreisen.
das Submissionsprotokoll führen „Im Submissionsprotokoll werden alle eingegangenen Angebote festgehalten.“
Submissionstermin
Der Zeitpunkt der Angebotsöffnung.
den Submissionstermin festlegen „Zum Submissionstermin werden alle Angebote geöffnet.“
Subunternehmer
Ein Unternehmen, das vom Hauptauftragnehmer mit Teilleistungen beauftragt wird.
einen Subunternehmer beauftragen „Teile der Leistung übernimmt ein Subunternehmer.“
Suchprofil
Ein gespeichertes Suchkriterium, das automatisch passende Ausschreibungen liefert.
ein Suchprofil anlegen / speichern „Das gespeicherte Suchprofil liefert täglich passende Ausschreibungen.“
Teilaufhebung einer Ausschreibung
Die Aufhebung nur eines Teils eines Vergabeverfahrens, etwa einzelner Lose.
eine Ausschreibung teilweise aufheben „Der Auftraggeber nahm eine Teilaufhebung einzelner Lose vor.“
Teilnahmeantrag
Der Antrag eines Unternehmens auf Teilnahme am zweiten Schritt eines mehrstufigen Verfahrens.
einen Teilnahmeantrag stellen / einreichen „Im ersten Schritt reichen Unternehmen einen Teilnahmeantrag ein.“
Teilnahmeentscheidung
Die Entscheidung eines Unternehmens, ob es sich an einer Ausschreibung beteiligt (Bid/No-Bid).
die Teilnahmeentscheidung treffen „Anhand der Checkliste trifft der Vertrieb die Teilnahmeentscheidung.“
Teilnahmefrist
Die Frist für die Einreichung eines Teilnahmeantrags.
die Teilnahmefrist einhalten „Teilnahmeanträge müssen innerhalb der Teilnahmefrist eingehen.“
Teilnahmewettbewerb
Die erste Stufe eines zweistufigen Verfahrens, in der die Eignung der Bewerber geprüft wird.
am Teilnahmewettbewerb teilnehmen „Im Teilnahmewettbewerb wird die Eignung der Bewerber geprüft.“
Tenders Electronic Daily (TED)
Die EU-Datenbank, in der europaweite Ausschreibungen veröffentlicht werden.
in TED veröffentlichen / TED durchsuchen „Europaweite Ausschreibungen werden in TED veröffentlicht.“
Toolhopping
Das umständliche Wechseln zwischen vielen einzelnen Portalen und Werkzeugen.
Toolhopping vermeiden „Eine zentrale Plattform macht das ständige Toolhopping überflüssig.“
Transparenzgebot
Grundsatz, der den Auftraggeber zur Nachvollziehbarkeit und Offenlegung der Verfahrensentscheidungen verpflichtet.
das Transparenzgebot beachten „Das Transparenzgebot verlangt, dass alle Entscheidungen nachvollziehbar dokumentiert werden.“
Unterangebot
Ein Angebot, das den Wettbewerb durch einen unzulässig niedrigen Preis zu verzerren versucht.
ein Unterangebot abgeben „Ein unzulässiges Unterangebot kann zum Ausschluss führen.“
Unternehmer- und Lieferantenverzeichnis (ULV)
Ein Verzeichnis geeigneter Unternehmen und Lieferanten.
im ULV gelistet sein „Geeignete Unternehmen sind im ULV verzeichnet.“
Unterschwellenvergabe
Vergabeverfahren für Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte, geregelt durch UVgO, VOB/A Abschnitt 1 und Landesrecht.
im Unterschwellenbereich vergeben „Die Unterschwellenvergabe richtet sich nach der UVgO.“
Unterschwellenvergabeordnung (UVgO)
Das deutsche Regelwerk für Liefer- und Dienstleistungsaufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte.
nach der UVgO vergeben „Unterhalb der Schwellenwerte vergibt der Bund nach der UVgO.“
Unterschwelliger Auftragswert
Ein Auftragswert, der unter den EU-Schwellenwerten liegt.
unterhalb des Schwellenwerts liegen „Bei unterschwelligem Auftragswert gilt nationales Vergaberecht.“
Unverhältnismäßiger Aufwand
Ein Aufwand, der außer Verhältnis zum erreichbaren Nutzen steht.
einen unverhältnismäßigen Aufwand bedeuten „Der geforderte Nachweis bedeutete einen unverhältnismäßigen Aufwand.“
Unvollständiges Angebot
Ein Angebot, dem geforderte Angaben oder Unterlagen fehlen.
ein unvollständiges Angebot ausschließen „Ein unvollständiges Angebot kann von der Wertung ausgeschlossen werden.“
Unzulässige Abreden
Wettbewerbswidrige Absprachen zwischen Bietern, etwa Preisabsprachen.
unzulässige Abreden treffen „Wegen unzulässiger Abreden zwischen Bietern wurde das Verfahren aufgehoben.“
Verdingungsordnung
Ältere Bezeichnung für die heutigen Vergabeordnungen.
nach der Verdingungsordnung (ältere Bezeichnung) „Der Begriff Verdingungsordnung wird heute durch Vergabeordnung ersetzt.“
Verdingungsunterlagen
Ältere Bezeichnung für die Vergabeunterlagen.
die Verdingungsunterlagen (ältere Bezeichnung) „Verdingungsunterlagen ist die ältere Bezeichnung für Vergabeunterlagen.“
Verfahrensarten
Die verschiedenen Verfahrenstypen wie offenes, nicht offenes oder Verhandlungsverfahren.
die Verfahrensart bestimmen „Die zulässige Verfahrensart hängt vom Auftrag ab.“
Verfügbarkeitserklärung
Die Erklärung eines Dritten, seine Kapazitäten dem Bieter zur Verfügung zu stellen.
eine Verfügbarkeitserklärung vorlegen „Der Nachunternehmer legte eine Verfügbarkeitserklärung vor.“
Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB)
Das deutsche Regelwerk für die Vergabe und Ausführung von Bauleistungen.
nach VOB/A ausschreiben „Bauleistungen werden nach der VOB/A vergeben.“
Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL)
Das frühere Regelwerk für Liefer- und Dienstleistungen, heute weitgehend ersetzt.
nach VOL/A (frühere Regelung) „Liefer- und Dienstleistungen wurden früher nach VOL/A vergeben.“
Vergabebeauftragter
Die Person mit der Verantwortung für die operative Durchführung einzelner Vergabeverfahren.
der Vergabebeauftragte führt das Verfahren durch „Der Vergabebeauftragte zeichnet für das einzelne Verfahren verantwortlich.“
Vergabebekanntmachung
Die öffentliche Mitteilung über ein laufendes oder vergebenes Verfahren.
die Vergabebekanntmachung veröffentlichen „Mit der Vergabebekanntmachung wird der Auftrag öffentlich gemacht.“
Vergabehandbücher (VHB)
Handbücher des Bundes und der Länder mit Vorgaben und Formularen für die Vergabe.
die Formulare des VHB verwenden „Die Vergabestelle verwendet die Formulare des VHB.“
Vergabekammer
Die erste Instanz, bei der eine Vergabeentscheidung nachgeprüft werden kann.
die Vergabekammer anrufen „Der Bieter rief die Vergabekammer an, um die Entscheidung überprüfen zu lassen.“
Vergabekoordinator
Die Person, die innerhalb einer Organisation die Vergabeverfahren koordiniert und zwischen Fachabteilung und Vergabestelle vermittelt.
der Vergabekoordinator steuert das Verfahren „Der Vergabekoordinator stimmt Bedarf und Verfahren ab.“
Vergabekoordinierungsrichtlinie
Eine ältere EU-Richtlinie zur Koordinierung der Vergabeverfahren.
nach der Vergabekoordinierungsrichtlinie (ältere EU-Vorgabe) „Die Vergabekoordinierungsrichtlinie war eine frühere EU-Vorgabe.“
Vergabemarktplatz
Eine Online-Plattform, auf der öffentliche Ausschreibungen zentral gebündelt zugänglich gemacht werden.
auf dem Vergabemarktplatz veröffentlichen „Der Vergabemarktplatz NRW bündelt Ausschreibungen des Landes.“
Vergabemeldung
Die Meldung von Angaben über ein durchgeführtes Vergabeverfahren.
eine Vergabemeldung abgeben „Nach Abschluss erfolgt die Vergabemeldung.“
Vergabeordnung
Sammelbegriff für die Verordnungen, die das Vergabeverfahren regeln.
die einschlägige Vergabeordnung anwenden „Welche Vergabeordnung gilt, hängt vom Auftragsgegenstand ab.“
Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen (VOF)
Das frühere Regelwerk für freiberufliche Leistungen, heute in der VgV aufgegangen.
nach der VOF (frühere Regelung) „Freiberufliche Leistungen wurden früher nach der VOF vergeben.“
Vergabeplattform
Eine elektronische Plattform, über die Auftraggeber ausschreiben und Bieter Angebote einreichen.
über die Vergabeplattform einreichen „In Deutschland gibt es über 30 Vergabeplattformen wie DTVP oder Vergabe24.“
Vergabeportal
Eine Online-Plattform, auf der Ausschreibungen veröffentlicht und abgewickelt werden.
auf dem Vergabeportal veröffentlichen / suchen „Die Ausschreibung ist auf dem Vergabeportal des Landes abrufbar.“
Vergaberecht
Die Gesamtheit der Regeln für die Vergabe öffentlicher Aufträge.
an das Vergaberecht gebunden sein / das Vergaberecht anwenden „Öffentliche Auftraggeber sind an das Vergaberecht gebunden.“
Vergaberechtsreform
Die Reform der Vergabevorschriften; aktuell u.a. durch VBG und BTTG geprägt.
die Vergaberechtsreform umsetzen „Mit der Vergaberechtsreform 2026 ändern sich mehrere Vorgaben.“
Vergabereife
Der Zustand, in dem alle Voraussetzungen für den Start eines Verfahrens erfüllt sind, etwa vollständige Leistungsbeschreibung und gesicherte Finanzierung.
Vergabereife herstellen „Erst bei Vergabereife darf das Verfahren beginnen.“
Vergabesperre
Der Ausschluss eines Unternehmens von künftigen Vergabeverfahren wegen schwerer Verfehlungen.
eine Vergabesperre verhängen „Wegen Korruption wurde gegen die Firma eine Vergabesperre verhängt.“
Vergabestelle
Die Organisationseinheit eines Auftraggebers, die für die Durchführung von Vergabeverfahren zuständig ist.
die Vergabestelle bearbeitet das Verfahren „Fragen sind direkt an die Vergabestelle zu richten.“
Vergabeunterlagen
Alle Dokumente, die der Auftraggeber den Bietern für das Verfahren zur Verfügung stellt.
die Vergabeunterlagen bereitstellen / herunterladen „Die Vergabeunterlagen stehen auf der Plattform zum Download bereit.“
Vergabeverfahren
Der gesamte geregelte Ablauf von der Bekanntmachung bis zum Zuschlag.
ein Vergabeverfahren einleiten / durchführen „Das Vergabeverfahren beginnt mit der Bekanntmachung.“
Vergabevermerk
Die fortlaufende Dokumentation des Auftraggebers über den Ablauf und die Entscheidungen des Verfahrens.
den Vergabevermerk führen „Jede wesentliche Entscheidung wird im Vergabevermerk dokumentiert.“
Vergabeverordnung (VgV)
Die zentrale deutsche Verordnung für Vergaben oberhalb der EU-Schwellenwerte.
nach der VgV vergeben „Oberhalb der Schwellenwerte vergibt der Auftraggeber nach der VgV.“
Vergebene Aufträge
Aufträge, deren Zuschlag bereits erteilt wurde.
vergebene Aufträge veröffentlichen „Bereits vergebene Aufträge werden ex post bekannt gemacht.“
Verhandlungsverfahren
Ein Verfahren, in dem der Auftraggeber mit Bietern über die Angebote verhandeln darf.
ein Verhandlungsverfahren durchführen „Im Verhandlungsverfahren darf über die Angebote verhandelt werden.“
Verhältnismäßigkeit
Grundsatz, nach dem Anforderungen an Bieter und Angebote in angemessenem Verhältnis zum Auftragsgegenstand stehen müssen.
die Verhältnismäßigkeit wahren „Die geforderten Nachweise müssen verhältnismäßig zum Auftragswert sein.“
Verpflichtungserklärung
Die verbindliche Erklärung eines Dritten, dem Bieter die erforderlichen Kapazitäten im Auftragsfall zur Verfügung zu stellen.
eine Verpflichtungserklärung beifügen „Bei Eignungsleihe ist eine Verpflichtungserklärung des Dritten vorzulegen.“
Versicherungsnachweis
Das Dokument zum Nachweis bestehender Versicherungen, das als Eignungsnachweis gefordert wird.
einen Versicherungsnachweis vorlegen „Gefordert ist ein Versicherungsnachweis über die Betriebshaftpflicht.“
Vertraulichkeitserklärung
Die Erklärung zur Geheimhaltung vertraulicher Informationen aus dem Vergabeverfahren.
eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnen „Vor Einsicht in sensible Unterlagen ist eine Vertraulichkeitserklärung zu unterzeichnen.“
Vorabinformation / Vorinformation
Eine frühzeitige Mitteilung über beabsichtigte künftige Aufträge.
eine Vorinformation veröffentlichen „Mit einer Vorinformation kündigt der Auftraggeber künftige Aufträge an.“
Wartepflicht
Die Pflicht, vor Vertragsschluss die Stillhaltefrist einzuhalten.
die Wartepflicht beachten „Aufgrund der Wartepflicht darf der Vertrag noch nicht geschlossen werden.“
Wertungsbericht
Das interne Dokument, das die Bewertung aller Angebote und die Zuschlagsentscheidung nachvollziehbar festhält.
den Wertungsbericht erstellen „Im Wertungsbericht wird die Auswahl des besten Angebots begründet.“
Wertungsstufen
Die aufeinanderfolgenden Prüfungsschritte von Formalien über Eignung bis zur Wirtschaftlichkeit.
die Wertungsstufen durchlaufen „Die Angebote durchlaufen die einzelnen Wertungsstufen.“
Wettbewerb (Vergabegrundsatz)
Grundprinzip, das sicherstellt, dass öffentliche Aufträge im fairen Wettbewerb zwischen mehreren Anbietern vergeben werden.
den Wettbewerb sicherstellen „Das Vergaberecht soll den Wettbewerb um öffentliche Aufträge schützen.“
Wettbewerblicher Dialog
Ein Verfahren für komplexe Aufträge, bei dem der Auftraggeber mit Bietern Lösungen erarbeitet, bevor Angebote abgegeben werden.
einen wettbewerblichen Dialog führen „Für die komplexe Lösung wählte der Auftraggeber den wettbewerblichen Dialog.“
Wirtschaftlich günstigstes Angebot (MEAT)
Das Standard-Zuschlagskriterium der EU, das Preis und Qualität kombiniert, um den besten Gesamtwert statt des bloß niedrigsten Preises zu ermitteln.
das wirtschaftlich günstigste Angebot ermitteln „Den Zuschlag erhält das wirtschaftlich günstigste Angebot, nicht zwingend das billigste.“
Wirtschaftlichkeitsprinzip
Grundsatz, nach dem der Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis erteilt wird.
dem Wirtschaftlichkeitsprinzip folgen „Nach dem Wirtschaftlichkeitsprinzip zählt nicht der niedrigste Preis, sondern das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.“
XVergabe
Ein deutscher Standard für den einheitlichen Datenaustausch zwischen Vergabeplattformen.
über XVergabe übermitteln „Die Angebotsabgabe erfolgt über die XVergabe-Schnittstelle.“
Zeitvertrag
Ein Vertrag über wiederkehrende Leistungen während eines festgelegten Zeitraums.
einen Zeitvertrag abschließen „Wiederkehrende Leistungen werden über einen Zeitvertrag abgewickelt.“
Zentrale Beschaffung
Die gebündelte Beschaffung über eine zentrale Beschaffungsstelle.
zentral beschaffen „Die zentrale Beschaffung bündelt den Bedarf mehrerer Stellen.“
Zentrale Beschaffungsstelle
Eine Stelle, die für mehrere Auftraggeber gemeinsam beschafft und so Skaleneffekte erzielt.
über eine zentrale Beschaffungsstelle einkaufen „Standardbedarf wird über die zentrale Beschaffungsstelle gebündelt.“
Zuschlag
Die Entscheidung, mit der der Auftrag dem ausgewählten Bieter erteilt wird.
den Zuschlag erteilen / erhalten „Das wirtschaftlichste Angebot erhält den Zuschlag.“
Zuschlagsfrist
Der Zeitraum, innerhalb dessen der Zuschlag erteilt werden muss.
die Zuschlagsfrist einhalten „Der Zuschlag muss innerhalb der Zuschlagsfrist erteilt werden.“
Zuschlagskriterien
Die Kriterien, nach denen das wirtschaftlichste Angebot bestimmt wird.
die Zuschlagskriterien festlegen / gewichten „Die Zuschlagskriterien werden in der Bekanntmachung gewichtet.“
Zuschlagsschreiben
Die schriftliche Mitteilung an den erfolgreichen Bieter über die Annahme seines Angebots.
das Zuschlagsschreiben erhalten „Mit dem Zuschlagsschreiben kommt der Vertrag zustande.“
Zweistufiges Vergabeverfahren
Ein Verfahren mit Teilnahmewettbewerb und anschließender Angebotsphase.
ein zweistufiges Verfahren durchführen „Das zweistufige Verfahren beginnt mit einem Teilnahmewettbewerb.“
Öffentliche Ausschreibung
Das nationale Regelverfahren, bei dem eine unbeschränkte Zahl von Unternehmen zur Angebotsabgabe aufgefordert wird.
öffentlich ausschreiben „Der Auftrag wurde national im Wege der öffentlichen Ausschreibung vergeben.“
Öffentlicher Auftrag
Ein entgeltlicher Vertrag zwischen einem öffentlichen Auftraggeber und einem Unternehmen über die Beschaffung von Leistungen (§103 GWB).
einen öffentlichen Auftrag vergeben „Ein öffentlicher Auftrag ist ein entgeltlicher Vertrag über eine Beschaffung.“
Öffentlicher Auftraggeber
Eine staatliche oder staatsnahe Stelle, die dem Vergaberecht unterliegt.
als öffentlicher Auftraggeber ausschreiben „Als öffentlicher Auftraggeber ist die Kommune an das Vergaberecht gebunden.“
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